Am Ende sollte der letzte Satz der Saison über das Erreichen des großen Traumes entscheiden und es war ein echter Krimi: Im Entscheidungssatz verspielte der plötzlich sichtlich nervöse Bernhard Mildner zunächst eine souveräne 7:3-Führung, wehrte dann aber nervenstark zwei Matchbälle ab und gewann den Satz unter dem Jubel der zahlreichen Zuschauer mit 12:10. Damit gab es für die TSV-Jugend doch noch das erhoffte Happy End, auch wenn es an diesem Abend teilweise nicht danach ausgesehen hatte.
Die Mühldorfer Mannschaft war im Oktober als leichter Favorit in ihre dritte Bezirksoberliga-Runde gegangen. Schon so hoch hatte noch nie eine Tischtennis-Jugend aus der Kreisstadt gespielt, doch das angepeilte Ziel war die Meisterschaft und ein damit verbundener weiterer Aufstieg. Die Saison begann denn auch mit vier klaren Siegen. Anschließend gab es durch ein hart erkämpftes Unentschieden in Berchtesgaden einen ersten kleinen Dämpfer. Nach einem weiteren lockeren Sieg waren im vorletzten Saisonspiel die punktgleichen Wasserburger zu Gast. Ein Sieg hätte den Gastgebern bereits den vorzeitigen Aufstieg beschert, doch die Mühldorfer begannen nervös und die Gegner zeigten sich gut in Form. Mühldorfs bisher ungeschlagener Spitzenspieler Johannes Lamprecht hatte an diesem Tag sogar seine einzige Saison-Niederlage hinzunehmen. Schließlich mussten die Mühldorfer all ihre kämpferische Stärke zeigen, um aus einem 1:3-Rückstand noch ein 5:5 Unentschieden zu machen und ein Platzen des Aufstiegstraumes zu verhindern.
So würde die Entscheidung eine Woche später im Heimspiel gegen den Drittplatzierten Söchtenau fallen. Ein Sieg musste her, um nicht auf einen Patzer der Konkurrenz angewiesen zu sein. Doch trotz einer frühen 3:0-Führung merkte man den Innstädtern die Nervosität an. Der Vorsprung schmolz, denn es fehlte die spielerische Leichtigkeit und das Vertrauen in die eigene Stärke. Wie groß die Anspannung bei den drei Jugendlichen war, zeigte sich daran, dass einer von ihnen von seinem Vater zur Beruhigung kurz in die Kabine geschickt wurde.
Doch als es auf den Zuschauerbänken schon einige lange Gesichter zu sehen gab, kämpfte sich das Team wieder ins Spiel zurück. Johannes Lamprecht holte den fünften Punkt für Mühldorf und Bernhard Mildner glich parallel einen 1:2-Rückstand aus. Dann folgte der allerletzte Satz der Saison.
Foto v.l.: Johannes Lamprecht, Benedikt Lamprecht, Trainer Harry Manger, Bernhard Mildner