Gänsehaut in der Halle, Jubel auf den Rängen und ein Team, das über sich hinauswächst: Die U20-Volleyballerinnen des TSV Mühldorf schreiben bei der Südbayerischen Meisterschaft ihre eigene Erfolgsgeschichte – und sichern sich mit starken Auftritten das Ticket zur Bayerischen Meisterschaft.
“Quali dahoam!” Ihren Heimvorteil haben die Mühldorfer U20-Damen voll ausgenutzt. Als Dritter der Oberbayerischen Meisterschaft hatten sie sich zuvor das letzte Ticket für die Südbayerische geholt und traten gegen sieben andere Mannschaften in der Berufsschule an der Töginger Straße an. Mit sehenswerten Spielen kämpfen sie sich ins Finale und sicherten sich damit einen von drei Startplätzen zur Bayerischen Meisterschaft.
Dabei handelt es sich bei den jungen Volleyballern um ein Projekt, das es in dieser Form vorher noch nicht gegeben hatte. Denn zum ersten Mal spielen der TSV Eiselfing und der TSV Mühldorf unter dem letztgenannten Vereinsnamen zusammen, nachdem eine eigene U20 weder der TSV Mühldorf noch der TSV Eiselfing auf die Beine stellen konnte, da beide Mannschaften dafür zu wenige Spieler hatten. Aus diesem Grund vereinbarten die Teams ein
Probetraining. Der Beschluss, eine Spielgemeinschaft – intern mit dem Projektnamen “Eiseldorf” versehen – zu gründen, folgte schnell.
Obwohl sie erst kurz zusammenspielen und nur wenige Trainings hatten, wirken sie nach
außen sehr eingespielt. So zeigten die Damen sich in der Gruppenrunde der Südbayerischen klar überlegen gegenüber den anderen Teams. In jeweils zwei Sätzen gegen den TSV Sonthofen (25:19, 25:20) und die wilden Wespen Steinach (25:7, 25:18) gewannen die Damen souverän.
Auch der ASV Dachau, der sich als Bezirksliga-Meister direkt für die für die Südbayerische
qualifiziert hatte und somit als einer der Favoriten galt, musste sich in der Gruppenrunde
gegen die Mühldorfer Damen geschlagen geben. Ohne ihre Stammzuspielerin an Bord
verlor Dachau den ersten Satz 25:21 und den zweiten zu 25:13. Als Gruppenerster zog
der TSV Mühldorf sofort ins Halbfinale ein.
Mit viel Selbstvertrauen traten die Mühldorfer Damen am zweiten Wettkampftag das
Halbfinale gegen die Roten Raben Vilsbiburg an. Mit den zahlreichen Fans an der Seite
gewannen sie auch dieses Spiel durch einen hohen Aufschlagdruck und vielen
sogenannten „Out-of-system-bällen“, also Angriffen, die die vergleichsweise große
Gegnermannschaft aus dem Konzept bringen sollten. Der Heimvorteil kam definitiv zu
tragen, denn in Situationen, in denen die U20-Damen eine schwierige Phase hatte, hielten die Spieler und vor allem die Fans die Motivation hoch.
Fast fehlerfrei stemmte der Mühldorfer Annahmeriegel mit Nele Meyer als Libero und Cilly Hälbich sowie Magdalena Enzinger als Außenangreifer den variantenreichen Aufschlägen der Roten Raben entgegen. Auf der Mitte sorgten Emma Engels und Jana Schinko stets für einen hohen Block und den ein oder anderen überraschenden Schnellangriff. Leni Nitschke bot in ihrem Zuspiel viel Varianz und stellte den gegnerischen Block durch schnelle und präzise Bälle vor große Probleme.
Durch gezielte Lobs und gekonnte Angriffe der Diagonalangreiferin Emma
Pick behielt die Spielgemeinschaft des TSV Mühldorf stets die Oberhand über die
Vilsbiburger Mannschaft. Mit einem grandiosen Punktestand von jeweils 25:18
gewannen die Volleyball-Damen beide Sätze und zogen ins Finale ein.
Das Finale erfolgte gegen den TV-Planegg-Krailling, eine Mannschaft, gegen die sich die
Mühldorfer Damen schon bei der Oberbayerischen Meisterschaft im Halbfinale knapp
geschlagen geben mussten (damals 24:26 und 25:21). Mit neuer Motivation, allem voran Lisa Voderhuber, die mit ihrer starken Annahme für Sicherheit in der Annahme gesorgt hatte, erkämpften sich die U20-Volleyball-Damen im ersten Satz 17 Punkte und im zweiten Satz 18 Punkte, verloren jedoch gegen die aufschlagstarke Mannschaft in zwei Sätzen, auch weil die
Spiele zuvor zu viel Kraft gekostet hatten.
Mit dem erreichten zweiten Platz zieht der TSV Mühldorf dennoch eines der drei Tickets für die Bayerische Meisterschaft. Am 28. Februar erwartet die Mannschaft die eintägige Bayerische Meisterschaft, bei welcher, außer den drei Qualifikanten der Südbayerischen Meisterschaft (TV Planegg-Krailling, TSV Mühldorf und die Roten Raben Vilsbiburg), aus Nordbayern der TSV/ASV Regenstauf, der SG Erlangen und der TSV Ansbach antreten werden. Die Chance auf die Regionalmeisterschaft werden unter den sechs Teams zwei Teams bekommen.