WIEDERSEHEN MIT TOBIAS BESENBÖCK

Mühldorf – Drei Siege, drei Niederlagen, 9:9 Sätze und neun Punkte – die Dachauer sind alktuell Siebter in der 2. Volleyball-Bundesliga. Eine sehr ausgeglichene Bilanz. Man kann also sagen: Die Aufsteiger aus der 3. Liga sind in der Bundesliga angekommen. Nach der 1:3-Niederlage vergangene Woche gegen Kriftel wollen die Dachauer nun wieder den Blick nach oben richten. Und zwar am liebsten mit einem Sieg gegen den TSV Mühldorf am Samstag in eigener Halle. Um 17 Uhr beginnt die Partie in der Georg-Scherer-Halle, in der die Mühldorfer Mannschaft bei der Punktevergabe aber ein Wörtchen mitreden will. Nach dem unglücklichen 2:3 in der vergangenen Woche im Spiel gegen die Blue Volleys aus Gotha, in welchem die Mühldorfer alle Chancen hatten, endlich den zweiten Sieg heimzufahren, standen sie sich am Ende selbst im Weg. Das soll gegen Dachau besser laufen, fordert auch Trainer Michi Mayer.

Mit dem ASV Dachau gibt es einige Schnittmengen: Michi Mayer spielte in seiner Jugend beim ASV. Sepp Wolf, der noch vor zwei Jahren im Trainerstab von Mühldorf viel Wissen und Erfahrung eingebracht hat, ist jetzt wieder in Dachau tätig, wo er Sportdirektor ist. Und Tobias Besenböck, Topscorer bei den Dachauern, spielte ebenfalls in der Saison 2020/21 in Mühldorf. Damals noch als 18-jähriger Jungspunt, aber bereits mit jeder Menge Spielanteile als Diagonalangreifer. Kein Wunder: Schon damals wurden bei dem starken Rechtshänder eine Reichweite von knapp 3,50 Meter gemessen. Seit der vergangenen Saison gehört er nun wieder dem ASV an, wo er in aktuellen Saison auf Platz der MVP-Spieler steht mit insgesamt drei Medaillen.

„Ich freue mich sehr auf die Partie am Samstag. Denn mit Dachau verbinde ich jede Menge großartiger Erinnerungen und Erfolge“, geht Mühldorfs Coach Michi Mayer ins Detail. 1993 hat der heute 42-Jährige sein erstes Spiel in Dachau absolviert, sein erstes Spiel gegen Dachau fand 1992 statt, damals in der U12. Zweimal wurde er mit Dachau in den Jahren danach Deutscher Meister, und zwar mit der U20 in den Jahren 1998 und 1999. Der Trainer damals: Josef Wolf, der in der Saison 2020/21 an der Seite von Michi Mayer die Mühldorfer durch ihre erste Bundesliga geführt hat. „Ich war immer Dachau-Fan, es ist immer etwas Besonderes in der Scherer-Halle zu spielen.“

Doch bei aller Freude: Mühldorf ist unter Zugzwang: „Wir müssen unbedingt siegen, es pressiert jetzt langsam!“, sagt Michi Mayer. „Denn jeder kann die Tabelle lesen. Wir stehen mit vier Punkten und als Vorletzter mit dem Rücken zur Wand!“ Dachau zählt er aber zu den Mannschaften, gegen die Mühldorf durchaus ein oder zwei Punkte holen könne, so Mayer. Mit Wehmut denkt er an das Gotha-Spiel zurück, wo Mühldorf schon aussichtsreich mit 2:0 geführt hatte, dann aber das Spiel noch aus der Hand gegeben hatte (2:3). Eine Niederlage, die zwar manche Spieler schwer enttäuscht habe. „Aber selbst der eine Punkt ist gegen die Profimannschaft aus Gotha schon eine Glanzleistung“, relativiert Mayer. „Es hat halt nicht gereicht gegen eine Mannschaft, bei der zwei, drei Profis auf dem Feld stehen.“

Mayer zieht das Positive aus dieser Begegnung. So habe die Annahme sehr gut funktioniert. Mit Thomas Brandstetter, Fabian Bartsch und Kilian Nennhuber. Youngster Felix Schinko auf der Libero-Position wurde sogar vom gegnerischen Gegner Jonas Kronseder zum MVP gewählt. „Der Angriff mit Zuspieler Alex Brandstetter funktionierte hervorragend, David Fecko hat sehr gut geblockt“, lobt Mayer sein Team, das mehr als bereit sei für den nächsten Sieg. Felix Schinko habe zwar eine gute Arbeit als Libero abgeliefert, „aber als 16-Jähriger kann man von ihm nicht erwarten, dass er das hohe Niveau ein ganzes Spiel durchsteht. Ich sehe ihn eher als Zuspieler“, so Mayer. Heißt im Klartext: Schinko wird nicht die erste Option als Hauptannahmespieler sein. Wer diesen Part am Samstag übernehmen wird, soll sich im Abschlusstraining entscheiden, kündigt Mayer an, der sich dabei aber nicht weiter in die Karten schauen lässt. Sicher ist nur, dass Kilian Nennhuber – er hatte sich im fünften Satz gegen Gotha wegen Verletzung von Felix Schinko das Libero-Trikot angezogen – am Samstag im Angriff eingesetzt wird.

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