Mühldorf – Am Halloweenabend sorgte der TSV Mühldorf beim Gegner – dem TSV Grafing – für Angst und Schrecken. In drei Sätzen besiegte das Team von Trainer Yannick Klement den direkten Konkurrenten aus Oberbayern (26:24, 25:21, 25:23) und belegt nun den sechsten Tabellenplatz in der 2. Volleyball-Bundesliga.
Ein Abend, der aus Sicht der Mühldorfer kaum hätte besser verlaufen können. Ein voller Kader, einzig der länger ausfallende Moritz Schreiber verpasste dieses Derby. Yannick Klement musste aufgrund des Luxusproblems sogar Libero Quentin Wöls aus dem Aufgebot streichen. Angereist in die Nutz Arena war der TSV Grafing, Tabellenplatz acht, mit zwei Spielen weniger auf dem Konto und somit direkter Verfolger der Innstädter. Zwei ehemalige Spieler des TSV Mühldorfs, Kilian Nennhuber und Mark Gumenjuk, waren hochmotiviert, das Ex-Team zu ärgern und dieses in der Tabelle zu überholen. Doch der gegnerische Matchplan ging nicht auf.
Yannick Klement schickte für Mühldorf Dominik Mürle in das Zuspiel, dazu Kapitän Fabian Bartsch sowie Tom Schlösser auf Außen und die Hünen Iven Ferch samt Fritz Ferchen in den Mittelblock. Über Diagonal startete Johannes Kessler und die Liberoposition bestückte einmal mehr Marcel Wysgalla. Mit dieser Formation startete Mühldorf furios in den ersten Satz. Harte Aufschläge und ein massiver Block ließen die Mühldorfer mit 10:5 in Führung gehen. Doch die Gäste schalteten einen Gang hoch, kamen wieder heran und gingen zum 19:21 sogar mit zwei Punkten an Mühldorf vorbei, die in dieser Phase viele Aufschlagfehler produzierten. In der Crunchtime fanden die Innstädter wieder zurück in die Spur und sicherten sich den ersten Satzgewinn in der Verlängerung (26:24).
Im anschließenden zweiten Durchgang blieb es eine hochklassige Partie auf Augenhöhe, doch die Mühldorfer behielten immer die Nase vorne und entschieden Durchgang zwei mit 25:21 ebenfalls für sich. Viele spektakuläre Ballwechsel und Aktionen, wie ein Trickschlag von Mühldorfs Mittelblocker Iven Ferch, entfachte Derbyfeuer in der Nutz Arena. Gegen die Angriffe der Grafinger fand die Mühldorfer Verteidigung oftmals eine Lösung, besonders Mürle war in der Abwehr und im zielgenauen Zuspiel eine Bank. Neben Ferch brachte auch Patrick Pfeffer, der Anfang des Satzes für Fritz Ferchen eingewechselt wurde, wichtige Blocks im gegnerischen Feld unter und somit ging es mit einer 2:0-Satzführung für den TSV Mühldorf in die Pause.
Zeit für die Gäste, neue Ideen auf die Platte zu bringen. Doch auch der dritte und letzte Abschnitt endete zu Gunsten der Hausherren (25:23). Die entscheidenden Punkte gewann Mühldorf. Das Ergebnis scheint klarer, als es das Aufeinandertreffen hergab, denn der TSV Grafing hatte in jedem Satz die Chance, diesen für sich zu entscheiden. Doch an die Mühldorfer Spitzenleistung kamen die Gäste nicht heran und die rund 300 anwesenden Zuschauer kamen bei gefühlt minutenlangen Ballwechseln absolut auf ihre Kosten. Die Fans waren begeistert und feierten ihre Akteure nach dem vierten Heimsieg in Folge mit einer Laola-Welle zum Abschluss. „Ich kann mich nicht an viele solch gute Spiele von uns erinnern“, resümierte Abteilungsleiter Stefan Bartsch den sensationellen Derbyerfolg.
Beste Spieler der Partie wurden Simon Gürzing für Grafing und Johannes Kessler, zum zweiten Mal in der laufenden Spielzeit, für den TSV Mühldorf. Mit diesem Gefühl lässt sich die kurze Ligapause für Mühldorf wohl angenehm überstehen. Für die nächste Aufgabe in Eltmann am 14. November ist nun genügend Zeit, die Akkus wieder aufzuladen – auch, um die eigene Auswärtsbilanz in dieser Saison etwas aufzupolieren.