Nur 0:3 für das Rumpfteam der Volleyballer

TSV Mühldorf hatte beim TuS Kriftel keine Chance und ist nun Neunter.

Da waren die Mühldorfer Volleyballer chancenlos. In Kriftel kamen die Mannen um Cheftrainer Heiko Roth am Samstagabend nicht über ein 0:3 hinaus. Die Mühldorfer Zweitliga-Volleyballer – bis dato noch auf Platz acht in der Tabelle – ließen beim 21:25, 19:25 und 22:25 wichtige Punkte liegen, um den Tabellennachbarn auf Rang sieben abzufangen und mit ihnen die Plätze zu tauschen.

Schon die Anreise fand unter denkbar ungünstigen Vorzeichen statt. Denn Mühldorf war enorm ersatzgeschwächt, nachdem sich der Unterhachinger Neuzugang Juro Petrosic wegen eines positiven Corona-Testes in Isolation zu begeben hatte. Heiko Roth hatte die Qual der Wahl, den er denn auf die Diagonal-Position stellen sollte. Am Ende sah die Taktik so aus, dass David Fecko, eigentlich Mittelblocker beim TSV Mühldorf, über die Diagonalposition angreifen sollte. Ansonsten stand neben Libero Kilian Nennhuber nur noch ein weiterer Auswechselspieler, Leo Tille, zur Verfügung. Die Startphase in dieser Partie war noch die beste aus Sicht der Mühldorfer, die mit 5:4 in Führung gegangen waren. Doch im gesamten weiteren Verlauf der Partie sollten sich die Innstädter die Zähne an der unfassbar präzisen Annahme und Abwehr der Gastgeber aus Kriftel ausbeissen. „Wir konnten mit unserem Aufschlag nicht viel Druck aufbauen, da das Krifteler Spiel unserem sehr ähnlich ist, viele Angriffe liefen über die Außenpositionen. Und dafür muss die Annahme dann auch nicht optimal sein“, analysierte Mühldorfs Abteilungsleiter Stefan Bartsch.

Kriftel trat selbstsicher auf, punktete immer wieder mit Marius Büchi über Diagonal und dem späteren MVP der Krifteler Jannik Weber. Beim 13:19 versuchte es Mühldorfs Coach mit der Einwechslung von Leo Tille für David Fecko, im klassischen 4:2-System mit zwei Zuspielern sollten die Mühldorfer noch die Wende herbeizaubern. Doch den Satzgewinn konnten die Mühldorfer nicht mehr abwenden (21:25).

Mit zwei Zuspielern setzte Roth seine Taktik fort, Mühldorf führte tatsächlich mit 3:1. Aber wieder kam Kriftel zurück, spielte fehlerfrei auf, punktete nach Belieben, auch weil Leistungsträger Fabian Bartsch nicht wie gewohnt seine Hammeraufschläge platzieren konnte. Auch im Angriff tat sich Mühldorfs 14er schwer. „Ich hab so hart geschlagen wie es nur geht, aber immer stand ein Krifteler goldrichtig in der Abwehr“, zollte Bartsch dem Gegner großen Respekt für die Leistung, die in ein klares 19:25 für Kriftel mündete.

Roth schwenkte um, setzte nun Fabian Bartsch über die Diagonalposition ein, Leo Tille griff stattdessen außen an. David Fecko sollte in der Mitte anstelle von Flo Gschwendtner den Block stabilisieren. Mühldorf war nun stabiler, blieb Kriftel bis zur ersten technischen Auszeit auf den Fersen (6:8), bevor die Gastgeber wieder den Turbo zündeten und leicht in Führung gingen (13:10). Mühldorf konterte (14:15) und zog sogar gleich 18:18 und ergatterte sogar die Führung (19:18). Die Wende läutete Kriftel beim Stand von 20:20 ein, als Trainer Schön Breburda für Braetsch brachte, mit 22:20 in Führung ging und diesen knappen Vorsprung bis zum Schluss verwaltete (25:22).

Die Enttäuschung war den Mühldorfern ins Gesicht geschrieben, freuen konnte sich lediglich Alex Brandstetter, dessen Leistung mit der silbernen MVP-Medaille belohnt wurde. Abteilungsleiter Stefan Bartsch fasste es pragmatisch zusammen: „Kriftel hat sehr gut gespielt, war in allen Spielelementen besser und an diesem Tag in dieser Verfassung und Konstellation der Mühldorfer einfach nicht zu schlagen! Uns hat der Killer am Netz gefehlt!“ Anstatt Platz sieben heißt es aktuell Rang neun für Mühldorf.

Fotos: Fabian Bartsch / Text: Kathrin Enzinger

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