Mühldorf gewinnt Krimi in Leipzig

Leipzig – Das war an Spannung nicht mehr zu überbieten: Das Spiel in der 2. Volleyball-Bundesliga Süd schien eigentlich schon gelaufen, denn die Gastgeber der L.E. Volleys aus Leipzig führten im fünften und entscheidenden Satz bereits mit 14:7. Was sollte bei sieben Matchbällen noch schief gehen? Doch die Mühldorfer schafften das schier Unmögliche. Eine Aufschlagserie von Fabian Bartsch, der sieben Mal hitereinander servierte, brachte die Wende. Am Ende jubelten die Innstädter über einen 3:2-Erfolg.

Überhaupt hatte die Partie Popcorn-Niveau: Dramatik pur, die sich in der Sporthalle in der Brüderstraße in Leipzig in knapp zweieinhalb Stunden abgespielt hatte – zunächst mit Vorteilen bei Mühldorf. Von Beginn an setzte Coach Michi Mayer auf den Neuzugang aus Unterhaching, Juro Petrusic. Der 18-Jährige sollte als Diagonalspieler entscheidende Akzente setzen. Anfangs jedoch erspielten sich die Gastgeber die ersten Vorteile. Mühldorf führte bereits mit 3:1, da servierte erst Leipzigs Kapitän Chris Warsawski zur 6:4-Führung. Und kurze Zeit später lag es am druckvollen Aufschlag von Jannik Koßmann, dass die Gastgeber auf 10:6 davonzogen. Peu a peu kämpften sich die Mühldorfer jedoch heran und mit drei Aufschlägen in Folge zeigte Fabian Bartsch dabei zum ersten Mal mit seinem starken Aufschlag auf, womit er die 18:16-Führung herstellte. Leipzig wehrte sich tapfer, nahm dank ihres Liberos Julius Karoos stark an. Erst Tom Brandstetter am Aufschlag besiegelte den 25:23-Erfolg.

Mayer vertraute auch im zweiten Durchgang auf die Startformation, nachdem sich Neuzugang Petrusic gut ins Team eingefügt hatte. Auch der zweite Satz verlief lange ausgeglichen, bevor sich Mühldorf rechtzeitig zur Crunchtime mit 22:18 abesetzte und diesen Vorsprung bis zum Schluss des Satzes verwaltete (25:21). Herausragend zu diesem Zeitpunkt: Kilian Nennhuber, der in der Abwehr einige Bälle rausholte, stets goldrichtig stand und auch mit präzisen Annahmen Zuspieler Alex Brandstetter gut bediente.

Ein anderes Bild dann im dritten Abschnitt: Nun war es der Tabellenzwölfte aus Sachsen, der sich gleich zu Beginn leichte Vorteile erspielte. Bei 8:11 reagierte Coach Mayer mit einem Doppelwechsel, brachte für kurze Zeit Laurenz Welsch für Alex Brandstetter und Leo Tille für Juro Petrosic, um den Angriff zu verstärken. Aber bereits bei 10:14 erfolgte der Rückwechsel. Mittelblocker Flo Gschwendtner machte dann bei 13:15 Platz für den zweiten Unterhachinger Neuzugang Paul Gehringer, der dann auch bis zum Schluss durchspielte. An dem letztlich doch klaren Satzverlust konnte aber auch Gehringer nichts ändern (18:25), weil Leipzig einfach mit den Außenannahmespielern Jannik Kühlborn und Lorenz Deutloff sowie ihrem Diagonalen Chris Warsawski, gut bedient von Zuspieler Eric Jahn, zu viel Druck in den Angriffen erzeugt hatte.

Danach machten sich die Mühldorfer dann das Leben selbst schwer, zu viele individuelle Fehler im Angriff und im Aufschlag führten dazu, dass sie nie näher als zwei Punkte an die führenden Leipziger rankamen. Mayer versuchte bei einem Stand von 16:18 noch mit Leo Tille, der für Tom Brandstetter über Außen Akzente und in der Abwehr für mehr Sicherheit sorgen sollte, die Wende herbeizuführen, doch die Mühldorfer konnten auch hier den Satzverlust nicht abwenden (22:25).

Im entscheidenden fünften Durchgang standen die Gäste dann schnell mit dem Rücken zur Wand. Die Angriffe waren zwar hart, aber landeten oft im Aus. Bei 5:9 brachte Mayer erneut Tille für Brandstetter. Leipzig aber war nicht zu bremsen, verwandelte selbst unpräzise gestellte Bälle und hatte plötzlich sieben Matchbälle (14:7). Ein immenser Druck, doch Mühldorf hatte Glück, dass bei 8:14 der beste Aufschläger an die Linie trat. Fabian Bartsch servierte klug und Leipzig reagierte zunehmend nervöser. Plötzlich hatte Mühldorf Matchball (15:14), einige weitere folgten, bis der fünfte endlich den 3:2-Erfolg besiegelte (19:17).

Alex Brandstetter wurde auf Mühldorfer Seite zum MVP gewählt, bei den Gastgebern würdigte Mühldorfs Coach Michi Mayer die Leistung von deren Libero Julius Karoos mit der Medaille für den besten Spieler.

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