KEINE CHANCE GEGEN ROTTENBURGS BLOCK

Mühldorf – 0:3 – das klingt erst einmal verdammt fies und klar. Aber so klar war die Niederlage gegen den Aufsteiger in die 2. Bundesliga, dem TV 1861 Rottenburg, nicht. Denn obwohl die Volleyballer des TSV Mühldorf maximal dezimiert nach Baden-Württemberg angereist waren, boten die Innstädter eine Partie auf hohem Niveau.

Letztendlich war es die zu hohe Eigenfehlerquote aufseiten der Mühldorfer, die den Ausschlag darüber gaben, dass am Ende die Rottenburger jubelten. Mit einem 3:0 (25:22/25:25:19/ 25:21) schoben sich die Aufsteiger vor auf Rang vier, während Mühldorf weiterhin am Tabellenende auf den nächsten Sieg hofft.

In der Volksbank-Arena zu Rottenburg lief es knapp eineinhalb Stunden wie verhext für die Mühldorfer. Obwohl nur mit einem echten Auswechselspieler auf der Mitte-Position angereist, waren es zu Beginn des ersten Satzes die Innstädter, die tonangebend waren. Mit 6:3 lagen die Gäste aus Bayern in Front, doch Rottenburg ließ sich davon nicht beirren, schloss auf 6:6 auf und führte dann bereits zur ersten technischen Auszeit knapp mit 8:7.

Mühldorf war konzentriert, riskierte aber zu viel im Aufschlag, um damit die Rottenburger unten zu halten. Rottenburg musste sich nicht viel anstrengen, um das Heft in die Hand zu nehmen und mit 15:11 in Führung zu gehen. Schon zu diesem Zeitpunkt ersichtlich: der Mega-Block der Rottenburger um Jan Huber und Felix Weber, die quasi kaum einen erfolgreichen Angriff der Mühldorfer über die Mitte zugelassen haben.

Es war immer wieder der diszipliniert stehende Rottenburger Block, der den Angriffen der Mühldorfer ein jähes Ende setzte. Die Führung in Satz eins ließen sich die Gastgeber nicht mehr nehmen. Souverän zogen die Rottenburger ihr Spiel durch zum 25:22-Satzgewinn.

Im zweiten Satz dasselbe Prozedere wie in Satz eins: Mühldorf führte mit 6:3, weil zum einen der Druck im Aufschlag da war und auch die Abwehr sensationell gut stand. Dann die Auszeit der Rottenburger, die anschließend auf 7:7 gleichzogen und später sogar auf 14:12 davon marschierten. Mühldorf zu diesem Zeitpunkt zwar konzentriert, aber zu viele Eigenfehler brachten die Punkte für die Rottenburger, die ihrerseits wiederum kaum Fehler machten und mit spektakulären Rettungsaktionen Punkte sammelten. Immer wieder war es Mühldorfs Alex Brandstetter, der sich Bestnoten sicherte als Zuspieler einer Zweitliga-Mannschaft. Am Ende sollten vier exzellente Zuspielertricks auf sein Punktekonto gehen.

Aber wann immer er seine Mittelblocker anspielte, war es ein sicherer Punkt der Gegner, die mit ihren Zwei-Meter-Kraken Jan Huber und Felix Weber exzellente Blockspieler dagegengestellt haben. An ihnen biss sich auch Fabian Bartsch die Zähne aus, der couragiert als Diagonalspieler zur Sache ging, aber an diesem Tag weder als Sprungaufschläger noch als Angreifer entscheidende Akzente setzen konnte.

Alles war gut bei Mühldorf bis zum 16:16, engagiert ging Mühldorf zu Werke, um dem Aufsteiger Paroli zu bieten. Dann aber taktierte Jan Scheuermann absolut richtig, brachte Oliver Knobelspiess für Zuspieler Jonas Kuhn.

Und prompt war er der Spieler, der die Gastgeber letztendlich auf die Siegerstraße bringen sollte. Mühldorf wehrte die harten Angriffe der Rottenburger zwar sensationell ab. Aber gegen den Block der Gastgeber und die Angriffe des überragenden Diagonalspielers Niklas Lichtenauer war schließlich doch kein Kraut gewachsen. Rottenburger gewann den zweiten Satz mit 25:19.

Chef-Coach Michi Mayer setzte weiterhin sein Vertrauen auf Flo Gschwendtner, der bereits zur Mitte des zweiten Satzes für David Fecko im Mittelblock ins Spiel gekommen war. Mühldorf machte Druck, auch weil die Aufschläge nun besser kamen. Erst stand es 7:4, das die Gastgeber auf 10:10 egalisieren konnten. Doch Mühldorf konnte den Druck aufrechterhalten, holte sich wieder eine relativ komfortable 14:11-Führung. Doch Rottenburg war zu abgeklärt, auch mit den vielen Fans im Rücken, und holte die Führung zurück (18:17). Es reichten letztendlich knapp zwei Minuten der Unkonzentriertheit auf Mühldorfer Seite, damit Rottenburg auf 22:19 erhöhte. Am Ende bejubelten die Württemberger einen 25:21-Erfolg.

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