KEIN AUFTAKT NACH MASS

Mühldorf – Den Start in die dritte Saison der 2. Volleyball Bundesliga haben sich die Mühldorfer Mannschaft und Trainer Michi Mayer sicher etwas anders vorgestellt: Es sollte ein 3:1 Sieg werden, so die optimistische Prognose von Trainer Mayer. Doch der Wunsch des ehemaligen Nationalspielers, der in dieser Saison Heiko Roth ablöst und das Trainer-Zepter wieder übernommen hat, sollte sich leider nicht erfüllen. Dass es nicht leicht werden würde, war auf jeden Fall klar: TV/DJK Hammelburg schloss die vergangene Saison als guter Tabellenfünfter ab.

Mühldorf hingegen steht in dieser Saison vor einer großen Herausforderung. Juro Petrusic und Paul Gehringer stehen dem Team nicht mehr zur Verfügung und auch andere Spieler, die beruflich stark eingebunden sind, konnten sich nicht in der Intensität mit vorbereiten, wie es sich Trainer Michi Mayer gewünscht hätte.

Nach Hammelburg reiste die Mannschaft mit den altbekannten Stützen Fabian Bartsch und Kapitän Tom Brandstetter im Angriff. Im Mittelblock standen neben den Routiniers David Fecko und Florian Gschwendtner der Neuzugang Lauritz Jastrow, der seine erste Saison in der Bundesliga überhaupt spielt. Der 21-Jährige wechselte vom Drittligisten aus Niederviehbach nach Mühldorf. Auch die Zuspieler-Positionen waren mit Alex Brandstetter und Leo Tille top besetzt. Der langjährige hochverdiente Libero Kilian Nennhuber wollte in den Angriff wechseln. „Wir haben daher das Problem, dass wir in diesem Jahr von Spiel zu Spiel uns für einen Libero entscheiden müssen.“ Ohne stabile Annahme, würde es schwer werden. Fritz Vähning, der nach langer Verletzungspause wieder dabei ist, übernahm diese Position in Hammelburg.

Der Start stimmte durchaus optimistisch: Alex Brandstetter servierte stark, legte mit einem Zuspieler-Trick nach. Kilian Nennhuber agierte clever, pritschte mehrfach in den gegnerischen Block, so dass der Angriff erneut aufgebaut werden konnte, und Fritz Vähning stand goldrichtig. So ging Mühldorf 5:2 in Führung, trat bis zum 9:5 souverän auf, wobei Michi Mayer in gewohnter Manier die Punkte am Spielfeldrand feierte. Den Vorsprung konnten die Innstädter bis zum 14:11 mitziehen.

Dann wendetet sich das Blatt. Die Hammelburger sorgten mit 15:15 für den Ausgleich, konnten sich mit einer sehr starken Abwehr und gutem Zuspiel mit zwei Punkten Vorsprung absetzen. Bis zum Beginn der Crunchtime blieb es spannend, der Spielstand immer wieder ausgeglichen. Es gab wenig direkte Punkte. Doch dann hatten die Hammelburger das Quäntchen Glück auf ihrer Seite und Schiedsrichterentscheidungen fielen zu ihren Gunsten aus. Leider sorgten dann zwei verpatze Annahmen auf Mühdorfer Seite für den Satzgewinn der Hammelburger mit 22:25.

Das Mühldorfer Team schaffte es nicht, seine Stärken – Aufschlag, Angriffe aus dem Rückraum und das schnelle Spiel – schlagkräftig einzusetzen. Denn och war auch bis zum 17:19 der zweite Satz ausgeglichen. Dann erlaubte sich das Mühldorfer Team ein paar Fehler zu viel. Die Hammelburger hingegen fanden beschwingt durch den ersten Satzgewinn immer besser ins Spiel, leisteten eine fulminante Abwehrarbeit. Hinzu kamen die unglaublich starken Aufschläge von Kapitän Hauke. „Wir hatten hier eine kurze schwache Phase“, so Michi Mayer, die die Mannschaft mit Satzverlust bei 18:25 bezahlen musste.

Der dritte Satz war dann wieder wesentlich ausgeglichener und es wäre mehr drin gewesen für die Innstädter. „Die Hammelburger mögen an diesem Abend die stärkere Mannschaft gewesen sein, aber 0:3 hätten wir nicht verlieren müssen“, ist sich Trainer Michi Mayer sicher, der das mit ein paar atypischen Aktionen und Netzrollern begründet. „Es war die Summe vieler Kleinigkeiten, die einfach nicht gepasst hat“, so Mayer.

Und ohne festen Libero zu spielen, sei ohnehin schwierig. Eigentlich hätte Nachwuchstalent Felix Schinko in diese Rolle reinwachsen sollen. Aber der fehlt leider aktuell, so dass Fritz Vähning diese Rolle übernahm. Den hätte Michi Mayer aber lieber als Auswechslungsspieler im Angriff eingesetzt.

Am Ende war es auch schwierig, auf Mühldorfer Seite einen MVP, Most Valuabl Player, zu benennen. Der Trainer der gegnerischen Mannschaft, der den MVP wählt, entschied sich für Leo Tille, der im dritten Satz noch mal für neuen Schwung sorgte. Auch wenn direkt nach dem Spiel bei Trainer und Mannschaft die Enttäuschung groß war, bleibt man optimistisch: 0:3 hin oder her. In Mühldorf könne man sich auf hochklassigen Volleyball freuen und auf einen Michi Mayer, der wieder emotionsgeladen am Spielfeldrand mitmischt.

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