ENDLICH DIE ERSTEN PUNKTE FÜR MÜHLDORF

Mühldorf – Endlich Jubel, endlich die ersten Punkte, endlich ein Schritt nach vorne: Die Volleyballer des TSV Mühldorf haben am Sonntag zu Hause in der Nutz-Arena ihren ersten Saisonsieg in der 2. Bundesliga gefeiert. Mit 3:0 (25:14/25:16/25:16) ließen die Spieler von Chefcoach Michi Mayer diesmal nichts anbrennen, dominierten klar die Begegnung gegen die YoungStars aus Friedrichshafen und bejubelten am Ende dann die ersten drei Punkte, was zumindest eine kleine Verbesserung in der Tabelle bewirkte: Mühldorf ist nicht mehr Vorletzter, sondern rückt auf Rang elf vor.

„Die Burschen haben heute geliefert. Ich bin mächtig stolz auf die erbrachte Leistung“, strahlte Mayer nach dem Spiel wie ein Honigkuchenpferd. Druckvolle Aufschläge, ein gut aufgelegter Lauritz Jastrow im Mittelblock und ein effektiver Fabian Bartsch über die Diagonale waren am Ende die Garanten für den Erfolg. Doch gute Angriffe basieren immer aus eine gute Annahme. Und dafür zeichnete am Sonntagnachmittag Kilian Nennhuber verantwortlich. Der etatmäßige Libero der vergangenen Saison, schlüpfte gegen Friedrichshafen ins orangefarbene Trikot und stellte einal mehr eindrucksvoll unter Beweis, wie gut er als sicherer Annahmespieler dem Spielaufbau der Mühldorfer Mannschaft tut. Nicht nur in der Annahme bewies der 18-Jährige absolute Präzision. Auch in der Abwehr stand der Jugendliche einige Male goldrichtig, sorgte dafür, dass die Gäste vom Bodensee nicht das ein oder andere Mal einen direkten Angriffspunkt bejubeln durften. Friedrichshafens Trainer Adrian Pflgehar war mit mehr als einem Dutzend Spieler vom Bundesstützpunkt angreist. Viel zum gegner sagte er vor dem Spiel nicht. „Wir konzentrieren uns zu Beginn der Saison darauf, dass unser Spiel läuft“, so Pfleghar, der in seinem YoungStars-Team einen großen Umbruch zu stemmen hat.

Von der Mannschaft des vergangenen Jahres sind alterbedingt nur noch fünf am Start. Die neuen Spieler – keiner älter als 18 Jahre – müssen sich erst Mal an das Niveau der 2. Bundesliga gewöhnen, so Pfleghar. Für zwei seiner Schützlinge war der Sonntag ein besonderer Spieltag, denn „unsere beiden Ukrainer sind spielberechtigt“, freut sich Pfleghar. Gemeint sind die beiden ukrainischen Jugend- beziehungsweise Juniorennationalspieler Ruslan Federov und Mykyta Shapovalov, die seit Ende April am Bundesstützpunkt mittrainieren. Zusammen mit dem Deutschen Volleyballverband hatte Friedrichshafen alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit die beiden aus ihrer Heimat vertriebenen weiterhin ihrem Sport nachgehen können. Tatsächlich gönnte ihnen Pfleghar dann auch einige Einsätze in den drei Sätzen. Die starteten zunächst sehr ausgeglichen, lediglich die Aufschlagschwäche der jungen Bodenseer brachte die Mühldorfer in Front, die zur ersten technischen Auszeit bereits mit 8:5 geführt haben. Druckvolle Aufschläge der Mühldorfer und ein variantenreiches sowie schnelles Zuspiel ließ die Mühldorfer dann schnell davoneilen. 13:8hieß es, später sogar 18:10. Immer wieder schlugen die Mühldorfer, allem voran „Capitano“ Tom Brandstetter geschickt in die siogenannte „Parents-Zone“ auf und sorgten damit für direkte Punktgewinne. Mit 25:14 war der Satz schnell vorbei.

Im zweiten Durchgang hielt Friedrichshafen anfangs noch gut mit (7:8), nicht zuletzt deswegen, weil Zuspieler Lucas Huckle immer wieder sein feines Händchen ins Spiel brachte, selbst mit nur einer Hand mit einem präzisen Anspiel verblüffte. Gut unterwegs auch Diagonalangreifer Silvio Hellrigl, der den Block der Mühldorfer forderte. Doch Mühldorfs Motivationsspritze und Mittelblocker Lauritz Jastrow nahm diese Herausforderung gerne an. Mühldorf sorgte für Abstand (13:9), baute diesen kontinuierlich aus (17:11) und ließ nach einer 21:14-Führung auch nichts mehr anbrennen. Nicht zuletzt weil Youngster Fritz Vähning bemerkenswert clever angriff, immer wieder den Schlag geschickt verzögerte gewann Mühldorf auch diesen Satz (25:16). Michi Mayer konnte es sich sogar erlauben mit James Feuchtgruber einen Jugendspieler auf das Feld zu stellen, der sofort zur Stelle war und für Sicherheit am Netz sorgte.

In Durchgang drei hatten die Mühldorfer dann die Württemberger gebrochen. Zur ersten technischen Auszeit führten die Innstädter bereits mit 8:4, zur zweiten mit 16:8. Brandstetters schnelles Zuspiel, dazu der effektive Angriff von Vähning, Tom Brandstetter, Fabian Bartsch, und in der Schlussphase dann immer mehr von Mittelblocker David Fecko, sorgten dafür, dass Mühldorf nun einem ungefährdetem Sieg entgegen steuerte. 13 Matchbälle standen am Ende zu Buche, den zweiten verwandelten die Mühldorfer zum 25:12.

Alex Brandstetter war der beste Mühldorfer Spieler in der Partie gegen Friedrichshafen. Einen Wermutstropfen gab es am Sonntag zu schlucken. Beim Einspielen war Jugendspieler Moritz Wöls umgeknickt, er hat sich eine Bänderverletzung zugezogen. Wie schwerwiegend diese ist, wird sich im Verlauf der nächsten Tage zeigen.

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